zur Startseite Vortrag Referenzen Kontakt und Kosten

Referenzen

Pressestimmen & Aktuelles:
"Alkoholabhängigkeit" - Vorträge
21.05.2015: Calw
17.06.2015: Schwäbisch Hall
18.06.2015: Herbrechtingen
02.11.2015: Emden
03.11.2015: Hohenlockstedt
04.11.2015: Lübeck
05.11.2015: Buxtehude
21.01.2016: Olpe
22.01.2016: Olpe
28.01.2016: Leonberg
03.02.2016: Erlangen
04.02.2016: Rosenheim
18.02.2016: Mainburg
24.02.2016: Schriesheim
10.03.2016: Crailsheim
21.04.2016: Lichtenwald
12.05.2016: Bad Säckingen
06.10.2016: Zweibrücken
07.10.2016: Cochem
18.10.2016: Freilassing
19.10.2016: Traunreut
10.11.2016: Friedrichshafen
14.11.2016: Olpe
15.11.2016: Olpe
12.01.2017: Bad Säckingen
26.01.2017: Schifferstadt
02.02.2017: Niedernhall
09.02.2017: Rottenburg an der Laaber
15.02.2017: Beilngries
16.02.2017: Mainburg
17.02.2017: Neumarkt-Sankt Veit
23.03.2017: Ransbach-Baumbach
06.04.2017: Waldenburg
23.03.2018: Ransbach-Baumbach
12.11.2018: Füssen
14.02.2019: Leonberg



Calw
VHS Calw
Kirchplatz 3
Donnerstag, 21.05.15, 19.30-21.00 Uhr
In Zusammenarbeit mit der Fachstelle Sucht Calw
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Schwäbisch Hall
VHS: Haus der Bildung
Salinenstr.6-10
Mittwoch, 17.06.15, 19.30-21.30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Herbrechtingen
VHS im Kulturzentrum Kloster
Eselsburgerstr. 8
Donnerstag, 18.06.15, 19,00-20,00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Emden
VHS Emden
An der Berufsschule 3
Montag, 02.11.15, 19:00-21:15 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Hohenlockstedt
VHS Hohenlockstedt
Wilhelm-Kaeber-Schule,
Birkenallee 9
Dienstag, 03.11.15, 19:00 -21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Lübeck
VHS Lübeck
Hüxstr. 118-120
Mittwoch, 04.11.15, 19:00 -21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Buxtehude
VHS Buxtehude
Bertha-von-Suttner Allee 9
Donnerstag, 05.11.2015, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Olpe
VHS des Kreises Olpe
Kurfürst-Heinrich-Straße 34
Donnerstag, 21.01.2016, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Olpe
VHS des Kreises Olpe
Kurfürst-Heinrich-Straße 34
Schulveranstaltung
Weiterbildungszentrum
Freitag, 22.01.2016, 10:00-12:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Leonberg
VHS Leonberg
Neuköllner Straße 3-5
Donnerstag, 28.01.2016, 19:00-20:30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Erlangen
VHS Erlangen
Friedrichstraße 19 - 21
Mittwoch, 03.02.16, 19:30-21:30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Rosenheim
VHS Rosenheim
Stollstr. 1
Donnerstag, 04.02.16, 19:00-20:30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Mainburg
VHS Mainburg e.V.
Mitterweg 8 / "Alte Fabrik"
Donnerstag, 18.02.2016, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Schriesheim
VHS Schriesheim
Schulgasse 1 c
Mittwoch, 24.02.2016, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Crailsheim
VHS Crailsheim
Spitalstr. 2a
Donnerstag, 10.03.2016, 19:30-21:30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Lichtenwald
VHS Lichtenwald
Junger Geiger 1
Donnerstag, 21.04.2016, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Bad Säckingen
VHS Bad Säckingen
Friedrichstr. 33
Donnerstag, 12.05.2016, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Zweibrücken
VHS Zweibrücken
In Zusammenarbeit mit der Berufsschule Zweibrücken
Johann-Schwebel-Straße 1
Donnerstag, 06.10.2016, 11:00-13:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Cochem
KVHS Cochem - Zell
Kreisverwaltung, großer Sitzungssaal
Endertplatz 2
Freitag, 07.10.16, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Freilassing
VHS Freilassing
Mittelschule Freilassing
Zi 019 EG
Martin-Luther-Straße 4
Dienstag, 18.10.16, 18:30-20:30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Traunreut
VHS Taunreut
Heimathaus
Johann-Hinrich-Wichern-Str. 5
Mittwoch, 19.10.16, 19.00-21.00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Friedrichshafen
VHS Friedrichshafen
Charlottenstr. 12-2
Donnerstag, 10.11.16, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Olpe
VHS des Kreises Olpe
Kurfürst-Heinrich-Straße 34
Montag, 14.11.16, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Olpe
VHS des Kreises Olpe
Kurfürst-Heinrich-Straße 34
Schulveranstaltung
Weiterbildungszentrum
Dienstag, 15.11.16, 10:00-12:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Bad Säckingen
VHS Bad Säckingen
Friedrichstr. 33
Donnerstag, 12.01.2017, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Schifferstadt
VHS Rhein-Pfalz-Kreis
Pfarrheim Herz Jesu
Salierstr. 104
Donnerstag, 26.01.17, 19.00-21.00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Niedernhall
Zweckverband VHS Künzelsau
Rathaushalle Niedernhall
Hauptstraße 30
Donnerstag, 02.02.17, 19.00-21.00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Rottenburg an der Laaber
VHS Rottenburg
Georg-Poeschl-Str. 16
Im Haus der Vereine
Donnerstag, 09.02.17, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Beilngries
VHS Beilngries
Hauptstraße 47
Spielzeugmuseum - Schulungsraum
Mittwoch, 15.02.17, 19.30-21.30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Mainburg
VHS Mainburg e.V.
Mitterweg 8, "Alte Fabrik"
Donnerstag, 16.02.17, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Neumarkt - Sankt Veit
VHS Neumarkt - Sankt Veit
Herzoglicher Kasten
Benno-Hubensteiner-Platz
Freitag, 17.02.17, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Ransbach-Baumbach
Kreis-Volkshochschule Westerwald
Stadthalle Ransbach-Baumbach
Rheinstraße 103
Donnerstag, 23.03.17, 19.00-21.00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Waldenburg
Zweckverband VHS Künzelsau
Josef-Helmer-Schule
Schulstraße 1
Donnerstag, 06.04.2017, 19.00-21.00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Ransbach-Baumbach
Kreis-Volkshochschule Westerwald
Stadthalle Ransbach-Baumbach
Rheinstraße 103
Freitag, 23.03.2018, 10.00-12.00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Füssen
VHS Füssen
Gymnasium Füssen
Dr.-Enzinger-Str. 5
Montag, 12.11.2018, 19:00-21:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 
Leonberg
VHS Leonberg
Neuköllner Straße 3-5
Donnerstag, 14.02.2019, 19:00-20:30 Uhr
Referent: Dr. Michael Schwarzkopf
 


Das Thema Alkohol besitzt nicht zuletzt wegen des riskanten Konsums von Alkohol durch Jugendliche (Komasaufen) hohe Aktualität. Gerade auch in der Welt der Erwachsenen, die beispielgebend und prägend für Kinder und Jugendliche wirkt, hat riskanter Alkoholkonsum keinen Seltenheitswert.
Im Vortrag wird die Entstehung, Vorbeugung und Behandlung von Alkoholabhängigkeit behandelt. Dr. Michael Schwarzkopf weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, alkoholkrank zu sein. Gerade mit diesem persönlichen Hintergrund versteht es der Referent, wissenschaftliche Erkenntnisse über den Missbrauch von Alkohol verständlich und mit hohem Praxisbezug zu vermitteln. (Infos über den Vortrag unter www.alkoholabhaengigkeit.de)
Dr. Michael Schwarzkopf arbeitete von 1988 bis 2009 in einer Fachklinik für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Promotion 1989, seit 2009 ist er als Buchautor selbständig.

Artikel aus der Zeitung Die Rheinpfalz
vom 20.01.2017
(nachgedruckt)

„Ich verteufele nicht den Genuss von Alkohol“

Interview: Michael Schwarzkopf spricht am 26. Januar in Schifferstadt über Alkoholismus, Wege in die Sucht und den schweren Schritt zur Therapie



Schifferstadt. Ein Glas Wein zum Essen oder das Feierabendbierchen – Alkohol zu trinken, ist in unserer Gesellschaft etabliert und akzeptiert. Wird Alkohol zum Problem oder der Konsum gar krankhaft, wird das Thema häufig zum Tabu. Wann der Kontrollverlust droht, wie man vorbeugen kann und was Betroffene durchmachen, darüber sprachen wir mit dem promovierten Erziehungswissenschaftler Michael Schwarzkopf. Er ist trockener Alkoholiker und referiert über die Krankheit in Schifferstadt.

Herr Schwarzkopf, hier in der Pfalz ist Wein Genussmittel. Er ist allgegenwärtig und gilt bisweilen sogar als Grundnahrungsmittel. Stellen sich Ihnen, der selbst mal alkoholabhängig war und Jahrzehnte lang in der Therapie gearbeitet hat, bei solchen Aussagen die Nackenhaare?

Nein. Ich selbst komme ja aus Bayern, da ist es das Bier. Ich verteufele nicht den Genuss von Alkohol. Alkohol in kleinen Mengen zu trinken und nicht regelmäßig, ist in Ordnung.

Das dürfte schon der Knackpunkt sein. Welche Menge Alkohol ist in Ordnung?

Es gibt da eine Faustregel, die besagt, für eine Frau ist ein Glas für einen Mann sind zwei Gläser Wein oder Bier in Ordnung. Das ist aber keine allgemeingültige Angabe, die immer passt. Selbst die tägliche kleine Dosis kann erste Symptome einer Abhängigkeit bedeuten.

Und wie spürt man das?

Es gibt ein ganz einfaches Mittel zu prüfen, ob man abhängig ist. Einfach den Alkohol mal weglassen und sich selbst beobachten, wie es einem dabei geht. Muss ich immer daran denken? Kann ich mich nicht entspannen, weil mir das Glas Rotwein zum Runterkommen dient? Oder bin ich unruhig? Dann sind das erste Anzeichen einer gefühlsmäßigen Abhängigkeit. Kommen Schlafstörungen hinzu, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, sind das bereits Symptome einer körperlichen Abhängigkeit.

Es könnte also schon problematisch werden, wenn ich zum Beispiel mit Alkohol besser einschlafen kann?

Genau. Hinzu kommt: Trinkt man vor dem Einschlafen, werden die natürlichen Schlafphasen massiv gestört. Die leichten Schlafphasen, in denen wir meist träumen und sich unser Gefühl und Verstand erholen, fallen weg. Geschieht das dauerhaft, wirkt sich das auf die körperliche und mentale Verfassung aus. Das wiederum kann den Weg in die Abhängigkeit begünstigen.

Alkoholsucht ist also ein schleichender Prozess. Wie aber vorbeugen? Etwa ganz darauf verzichten?

Das muss nicht unbedingt sein. Man sollte sich selbst kritisch beobachten. Trinkt man zum Beispiel regelmäßig, sollte man sich fragen, warum man trinkt. Gefährlich ist es zum Beispiel dann, wenn Sie aufgrund einer negativen Gefühlslage trinken, aus Angst, Einsamkeit, bei Nervosität, Stress, Problemen, Frust und so weiter. Wenn Sie Alkohol benutzen, um sich wieder besser zu fühlen, dann ist die Gefahr groß, dass Sie die Kontrolle verlieren.

Das heißt, trinken in Gesellschaft, auf Festen, beim Abendessen ist weniger problematisch?

Nein, auch Trinken aus Gewohnheit und Nachahmung, zum Beispiel weil der Kumpel viel verträgt oder weil alle in der Runde trinken, kann ebenso problematisch sein.

Gruppendruck entsteht ja oft unter jungen Menschen. Gibt es für den ersten Kontakt mit Alkohol eine Altersgrenze? Und wie sollten sich Eltern verhalten?

Je später Jugendliche mit Alkohol in Berührung kommen, umso besser. Ich bin der Meinung, sie sollten auf gar keinen Fall vor ihrem 16. Geburtstag Alkohol trinken. Und: Die Eltern - und nicht etwa die Freunde - sollten beim ersten Kontakt dabei sein und mit ihren Kindern über die Gefahren reden. Das Beste, was Eltern vorbeugend tun können, ist, ihren Kindern Sicherheit zu geben, ihr Selbstbewusstsein stärken und ihnen die Fähigkeit geben, Probleme und Konflikte selbstständig lösen zu können. Es ist bewiesen, dass bei einem gefestigten Menschen die Gefahr geringer ist, alkoholkrank zu werden.

Aber was tun, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist? Was, wenn man bei sich selbst erste Anzeichen einer mentalen Abhängigkeit feststellt?

Dann sollte man den Mut haben und sich Hilfe bei dem Arzt seines Vertrauens oder bei einer Beratungsstelle suchen.

Das machen wohl wenige. Oder?

Das Eingestehen und Annehmen der Krankheit ist einer der schwersten Schritte. Denn es ist immer noch in vielen Köpfen so verankert, dass Alkoholsucht ein persönliches Versagen ist. Der Alkoholiker ist schwach, ein Verlierer. Aber das ist nicht so: Seit 1968 ist Alkoholismus als Krankheit anerkannt. Niemand kann etwas dafür, dass er alkoholkrank wird. Das ist wichtig, dass die Erkrankten das verinnerlichen. Aber: Um die Alkoholsucht in den Griff zu bekommen, denn heilbar ist sie nicht, muss der Betroffene erst seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen. Erst dann wird er bereit sein, etwas zu ändern.

Wie war das bei Ihnen?

Meine erste Ehe ist in die Brüche gegangen, ich habe meine Anstellung als Lehrer verloren (1979) und bin nach der ersten Therapie wieder rückfällig geworden, weil ich, wie beschrieben, die Krankheit gefühlsmäßig nicht angenommen hatte. Dann hatte ich einen Herzstillstand. Ich hatte Todesangst, das war mein persönlicher Tiefpunkt. Nach der zweiten Therapie habe ich es dann geschafft.

Also da muss der Betroffene ganz allein durch? Freunde oder Familie können da nichts machen?

Doch, natürlich. Vermuten Sie zum Beispiel, dass jemand ein Problem mit Alkohol hat, sollten Sie denjenigen ansprechen, aber nicht vorwurfsvoll. Man sollte aus der Ich-Perspektive die Gefühle schildern. Im Sinne von: „Ich mache mir Sorgen um Dich, weil“ oder „Ich will Dir helfen, weil“.

Und was tun, wenn das nichts hilft? Wenn zum Beispiel der Mann schon wieder nicht zur Arbeit gehen kann, weil er getrunken hat.

Auf jeden Fall nicht für ihn lügen, etwa ihn beim Arbeitgeber wegen einer angeblichen Grippe krankmelden.

Also die Wahrheit sagen auf die Gefahr hin, dass er seinen Job verliert?

Ja. So helfen Sie als Außenstehender, den Betroffenen zu seinem Tiefpunkt zu bringen. Nur so hat er die Chance, etwas zu ändern.

Sie haben es geschafft, sind seit 38 Jahren trocken. Wie gehen Sie und auch andere trockene Alkoholiker mit den täglichen Verlockungen um?

Das zu lernen, ist Teil der Therapie. Es gibt da verschiedene Methoden. Wenn der „Saufdruck“ - so nennen es auch viele Patienten - aufkommt, erinnere ich mich an meinen Tiefpunkt zurück, an all die negativen Gefühle. Eine andere Möglichkeit ist mein Entspannungsverfahren, eine bestimmte Atemtechnik, die bewirkt, dass der Körper für Sekunden anspannt und dann entspannt. Das hilft, Anspannungen - die meist typische Rückfall-Situationen sind - zu lösen. Dafür kann auch anderes dienen: Sport zum Beispiel.

Sie haben noch einmal studiert, promoviert, in der Therapie gearbeitet und halten nun Vorträge zum Thema Alkoholismus, sind also viel unterwegs. Ist das Teil Ihrer lebenslangen Therapie oder Strategie, um nicht rückfällig zu werden?

In gewisser Weise: Ja. Denn nach meiner zweiten Therapie musste ich mein Selbstbewusstsein erst einmal wieder aufbauen, ich hatte so viel verloren. Darum ist es so wichtig, dass Patienten auch, nachdem sie trocken sind, in Therapie bleiben und begleitet werden. Ziele zu erreichen, Erfolge zu haben ist für ein weiteres Leben sehr wichtig. Ich helfe nun anderen Menschen und kläre über die Krankheit auf. Das ist nun meine Aufgabe.

Wer kommt in Ihre Vorträge? Wohl kaum Betroffene selbst, oder?

Doch, auch diese kommen zahlreich neben Angehörigen oder Menschen, die irgendwie mit der Krankheit in Berührung kommen oder daran Interesse haben. Besonders wichtig ist es mir, wenn junge Leute kommen. Ich hoffe, dass das auch in Schifferstadt der Fall sein wird. Bei mir waren auch schon ganze Schulklassen. Aufklärung ist so wichtig.

Eine letzte Frage: Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, zu welchem Zeitpunkt hätten Sie sich anders verhalten?

(überlegt) Als ich zum Studium allein in die Stadt zog und abends aus Einsamkeit in einer Gaststätte allein Bier trank, anstatt etwas gegen die Einsamkeit zu tun.

noch Fragen?

Vortrag zum Thema „Alkoholismus: Entstehung-Vorbeugung-Behandlung“ am Donnerstag, 26. Januar, 19 Uhr, Schifferstadter Pfarrheim Herz Jesu. Referent ist Michael Schwarzkopf, Gebühr fünf Euro. Anmeldung unter Telefon 06235/44-305 oder per E-Mail an a_mulas@schifferstadt.de.

Zur Person:
Michael Schwarzkopf wurde 1949 in Hof (Bayern) geboren, nach dem Abitur studierte er Germanistik, wurde Lehrer. 1979 wurde er wegen seiner Alkoholkrankheit entlassen. Nach seiner Therapie studierte er, machte seinen Magister in Erziehungswissenschaft und promovierte. Schwarzkopf ist in zweiter Ehe seit über 36 Jahren verheiratet. Seine erste Ehe scheiterte an der Alkoholsucht.

|doo

Artikel aus der Tirschenreuther Zeitung
"Der Neue Tag"
vom 31.01.2012
wahlweise zum ->online lesen oder ->Download als PDF
(hierzu rechter Mausklick über dem Link und dann den Befehl "Ziel speichern unter..." wählen)
.

DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) - Newsletter 7-2011 vom 29.11.11
Bereits vor 20 Jahren erschien von Michael Schwarzkopf "Alkoholabhängigkeit. Entstehung, Behandlung und Vorbeugung unter didaktischer Perspektive." im Verlag für Angewandte Psychologie. In dem Band werden theoretische Konzepte entwickelt und anschließend in systematisch aufeinander aufbauenden Schritten in Behandlungs- und Therapiemodelle umgesetzt. Es handelt sich, so Schwarzkopfs damaliger Doktor-Vater Hurrelmann, "um eine selten gelungene Mischung von wissenschaftlicher Analyse und praxisrelevanter, allgemein verständlicher Darstellung".
Zwei Exemplare dieses fast schon historischen Werks vergeben wir an jene ersten Anrufer, die sich am ... melden.

Artikel in der Tirschenreuther Zeitung vom 26.05.2011
(nachgedruckt)

Stündlich einen Schluck aus der Pulle

Fast zehn Millionen Deutsche trinken zu viel - 1,3 Millionen sind Alkoholiker

Tirschenreuth. (tr) In sieben Jahren hat Dr. Michael Schwarzkopf zwei Langzeittherapien und mehr als 20 Entgiftungen hinter sich gebracht. Seit 32 Jahren ist er "trocken". Der Ex-Alkoholiker zieht seither gegen den Dämon Alkohol zu Felde.

Im Wohnmobil reist Schwarzkopf durch die Lande und hält Vorträge. Mit dem in der Krankenpflegeschule beteiligte sich der Suchtarbeitskreis Tirschenreuth an der bundesweiten Aktionswoche "Alkohol? Weniger ist besser".
Statistisch gesehen trinken in Deutschland rund 9,5 Millionen Menschen zu viel. 1,3 Millionen davon sind Alkoholiker. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland beim Alkoholkonsum auf dem fünften Platz.
Legale Droge
Schwarzkopf wertet Alkohol als legale Droge. Jeder komme im Verlauf seines Lebens irgendwann damit in Berührung. Veranlagung und Einflüsse aus dem sozialen Umfeld seien letztendlich dafür verantwortlich ob jemand süchtig werde oder nicht. Ein Wandertag des Gymnasiums ebnete dem 15-Jährigen Hofer den Weg in den Alkoholismus. Die Klasse besichtigte damals eine Brauerei. Dabei bekam jeder Schüler eine Maß Bier spendiert.

Der Vorlauteste habe demonstriert, was es heiße, ein echter Bayer zu sein. Er leerte den Maßkrug in einem Zug und fragte anschließend, wer sich das noch zutraut. Schwarzkopf, der bisher keine Erfahrung mit Alkohol hatte, aber vom gelegentlichen Nippen wusste, dass ihm Bier nicht schmeckte, trat zur Mutprobe an. Erfolgreich!

Nicht nur die Mitschüler, auch die Lehrer applaudierten und gratulierten zur großen Tat. Schwarzkopf bekam keinen Kater und erlebte den Rausch als Hochgefühl. Und nachdem der Mensch dazu neigt, Dinge, die er als schön empfindet, zu wiederholen, nahm die Trinkerei ihren Lauf. "Ein Gen legt fest, ob jemand Alkohol als angenehm empfindet oder nicht", erklärte der Referent den 23 Schülern des Mittelkurses im zweiten Ausbildungsjahr. Nachahmung von Vorbildern, Gruppendruck und die Kompensation von Problemen aller Art nannte Schwarzkopf als die Hauptgründe für den Griff zur Flasche.

Alkohol gegen Angst
"Nach drei Bier ging es mir einfach besser." Lampenfieber vor Referaten oder Prüfungsängste, "all das ließ sich problemlos wegtrinken." Später kamen dann die Schnäpse, reichte Bier nicht mehr aus, um schnell die gewünschte Wirkung zu erzielen. Etwa zehn Jahre dauert es, bis ein Erwachsener abhängig wird, bei Jugendlichen geht es schneller. Schwarzkopf brauchte fünf Jahre, bis er begriff: "Ich bin süchtig." Er stand morgens am Spiegel, wollte sich rasieren. Plötzlich begannen die Hände zu zittern, waren nicht mehr zu kontrollieren.

Er wusste, was passiert war, gestand sich die Abhängigkeit ein. In der Zwischenzeit war er Grundschullehrer geworden. In der Klasse hatte er einen Schrank verkehrt herum aufgestellt. Darin die Schnapsflasche, zu der er jede Stunde griff. Er verlor seinen Job, die Ehe ging in die Brüche. "Irgendwann besteht der Tag nur noch aus Trinken, Leergut wegtragen und Nachschub besorgen."

Es folgten Therapien und Entgiftungen. Erfolg ist nur dann zu erwarten, wenn im eigenen Kopf der Abstinenzentschluss manifestiert wird. "Um erfolgreich zu sein, müssen Partner mit in die Therapie einbezogen werden", weiß der Referent. Selbsthilfegruppen wie die "Anonymen Alkoholiker" oder "Das Blaue Kreuz" wären gute Hilfen. Regelmäßiger Sport und Kunst seien ebenfalls sehr hilfreich.

Krankheit nicht heilbar
Man müsse sich immer darüber im klaren sein, dass diese Krankheit nicht heilbar sei und bis zum Lebensende in Schach gehalten werden müsse. "Wer einmal alkoholabhängig war, bekomme den Konsum nie mehr in den Griff." Ein Glas genüge und der Teufelskreis begänne von vorn. Als ganz persönliche Therapie hat Michael Schwarzkopf noch einmal studiert und zum Thema: "Alkoholabhängigkeit - Entstehung, Behandlung und Vorbeugung unter didaktischer Perspektive" promoviert.

Referent Dr. Michael Schwarzkopf (rechts) testete die alkoholfreien Cocktails der Frucht-Sucht-Bar der Offenen Ganztagesschule und der Jugendhilfe Bad Rodach. (photo: ps - aus der Coburger Zeitung vom 27.1.2011)
 
„Alkoholabhängigkeit“
Vortrag am 25. Januar 2011 im Landratsamt Coburg

Er ist einer von rund zehn Millionen Deutschen mit Alkoholproblemen. Doch er hat einen Weg aus der Sucht gefunden. Am Dienstag, den 25. Januar 2011 spricht Dr. Michael Schwarzkopf um 19:00 Uhr im Coburger Landratsamt zum Thema „Alkoholabhängigkeit“.

Das Thema Alkohol besitzt nicht zuletzt wegen des riskanten Konsums von Alkohol durch Jugendliche (Komatrinken) hohe Aktualität. Gerade auch in der Welt der Erwachsenen, die beispielgebend und prägend für Kinder und Jugendliche wirkt, hat riskanter Alkoholkonsum keinen Seltenheitswert.

Dr. Michael Schwarzkopf weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, alkoholkrank zu sein. Gerade mit diesem persönlichen Hintergrund versteht es der Referent wissenschaftliche Erkenntnisse über den Missbrauch von Alkohol verständlich und mit hohem Praxisbezug zu vermitteln.

Das Projekt HaLT - Hart am LimiT hat es sich in der Region Coburg zur Aufgabe gemacht einen adäquaten Umgang mit Alkohol zu fördern, Wissen über die Gefahren exzessiven Alkoholkonsums zu vermitteln, die Eltern mit ins Boot zu holen und durch viele unterschiedliche Maßnahmen ein deutlich alkoholreduziertes Grundklima in der Öffentlichkeit zu fördern. Im Rahmen dieser Zielsetzung sind Eltern, ErzieherInnen, Jugendleiter und Jugendleiterinnen in Vereinen, Pädagogen in Schule und außerschulischen Arbeitsfeldern, Fachkräfte der Suchtkrankenhilfe, medizinisches Fachpersonal, Angehörige von Personen, die von Abhängigkeit betroffen oder bedroht sind sowie alle Interessierte zu dieser Veranstaltung recht herzlich eingeladen.

Der kostenfreie Vortrag „Alkoholabhängigkeit - Entstehung, Vorbeugung, Behandlung“ wird vom Hogrefe-Verlag in Zusammenarbeit mit dem HaLT-Zentrum Coburg organisiert. Ein erstes „herzlich willkommen“ wird von Landrat Michael Busch in Form eines schmackhaften alkoholfreien Cocktails, gemixt von Kindern und Jugendlichen der Frucht-Sucht-Bar aus Bad Rodach alle Gästen angeboten.

Zum Referenten: Dr. Michael Schwarzkopf arbeitete von 1988 bis 2009 in einer Fachklinik für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Promotion 1989, seit 2009 ist er als Buchautor selbstständig. Weitere Infos unter www.alkoholabhaengigikeit.de

HaLT – Hart am Limit: In der Region Coburg wird HaLT getragen von der Stadt und dem Landkreis Coburg, dem Gesundheitsamt und der Kinderklinik Coburg. Unterstützt wird das HaLT-Projekt vom Gesundheitsministerium und vielen örtlichen Förderern und Einzelpersonen. Weitere Infos unter
www.halt-coburg.de

Landratsamt Coburg im Januar 2011

Artikel in der Kehler Zeitung vom 12.06.09
(nachgedruckt)

Dem »Saufdruck« widerstehen

Über »Wege aus der Alkoholabhängigkeit« spricht Michael Schwarzkopf in der Kehler Stadthalle

Michael Schwarzkopf weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, alkoholkrank zu sein. Darüber sprach der promovierte Pädagoge in der Stadthalle Kehl.

Von Oscar Sala
Kehl. Schwarzkopf verfügt nicht nur über jahrelange Praxis in der Abhängigenarbeit, sondern ist auch persönlich als Alkoholabhängiger mit der Problematik vertraut. Der bewegende Vortrag wirkte durch die schonungslose Schilderung seiner Alkoholabhängigkeit ausgesprochen überzeugend. Die rund 50 Besucher im Sitzungssaal der Stadthalle waren für die Offenheit des Referenten dankbar. »Hier hat sich gezeigt, dass nur ein alkoholkranker Mensch wirklich nachempfinden kann, was es bedeutet, den schwierigen Weg aus der Sucht zu gehen«, so ein Teilnehmer.
Dr. Schwarzkopf bei seinem Vortrag über AlkoholabhängigkeitDer promovierte Pädagoge räumte mit dem Vorurteil »Alkoholiker« seien meistens willensschwache Menschen, die aus der untersten sozialen Schicht kommen«, gründlich auf. Alkoholkranke Menschen könne man in allen Gesellschaftsschichten treffen. Es gibt alkoholkranke Männer, Frauen und sogar Kinder.
Michael Schwarzkopf beeindruckte als selbst Betroffener der Alkoholsucht seine Zuhörer zutiefst.

In den Chefetagen sitzen mehr Alkoholiker, als man denken mag, und sogar in den Behörden ist Alkoholmissbrauch keine Ausnahmeerscheinung.
Alkohol wird weiterhin in der Gesellschaft als Ausdruck von Lebensfreude und Zugehörigkeit angesehen, nicht selten mit verheerenden Folgen. Wenn man nicht selbst, sondern der Alkohol das Leben bestimmt, dann ist es so weit – dann ist man »Alkoholiker«, hieß es.
Im klinischen Bereich spricht man von Alkoholkrankheit, wenn etwa ein unwiderstehliches Verlangen nach Alkohol besteht sowie der Verlust der Kontrolle über die Menge beim Trinken auftritt. Das Ganze kann durchaus schleichend eintreten, berichtete Schwarzkopf aus eigener Erfahrung: »Als ich mich einmal rasieren wollte, zitterte mein Hand, und ich trank, um mich zu beruhigen – lange zuvor bin ich aber gefühlsmäßig bereits abhängig gewesen – was mir anfangs nicht bewusst war.« Wenn der Alkoholspiegel sank, trank er, um sich wieder »ausgeglichen und entspannt« zu fühlen. Eins musste Schwarzkopf leidvoll am eigenen Leibe erfahren: Sucht und Alkoholabhängigkeit kann ein Leben ruinieren. In der Folge verlor er seine Arbeit und seinen Führerschein und musste schließlich sogar Todesangst bei einem Herzstillstand erleiden. Häufig leiden auch die Angehörigen unter der eigenen Sucht: »Meine erste Ehefrau hat es bei mir nicht mehr ausgehalten und sich scheiden lassen.« Angehörige sollten jedenfalls persönliche Betroffenheit zeigen und ihre Gefühle gegenüber dem Suchtkranken zum Ausdruck bringen. Hilfreich ist es oft, gemeinsam eine Beratungsstelle aufzusuchen oder sich in die Therapie mit einbinden zu lassen.
Abhängigkeit könne allerdings nicht geheilt werden, sondern nur durch eine lebenslange Abstinenz zum Stillstand gebracht werden.
Als Gruppentherapeut versuche er den Betroffenen Alternativen aufzuzeigen für die »angenehmen Wirkungen« des Alkohols, sei es durch eine besondere entspannende »Atemtechnik«, Sport oder das Erlernen von »Selbstsicherheit«. Wichtig sei nicht zuletzt, die soziale Kompetenz der Alkohohlkranke zu stärken: »Bei einem Ablehnungstraining können die Betroffenen lernen, wie sie ablehnen können, wenn sie zum Trinken aufgefordert werden.«
Als viel schwieriger erweise es sich, dem gefühlsmäßigen Verlangen nach Alkohol, dem so genannten »Saufdruck«, zu widerstehen. »Dann ist es ganz wichtig zu wissen, was man in einem Moment, in dem man am liebsten zur Flasche greifen würde, anderes tun kann als trinken«. Hier gelte es, innere Ablehnungskräfte zu mobilisieren. Wer erneut »nur kurz« zum Glas greift, hat schon wieder verloren.

Interview in der Pforzheimer Zeitung vom 16.06.07 (nachgedruckt)
mit Ankündigung des Vortrags am 18.06.2007 wahlweise zum ->online lesen oder ->Download als PDF
(hierzu rechter Mausklick über dem Link und dann den Befehl "Ziel speichern unter..." wählen)
.

Vortrag über Alkoholismus stieß auf große Resonanz
Über 130 Interessenten kamen ins Foyer des Landratsamtes

Enzkreis(PK). "Mit dieser gewaltigen Resonanz haben wir nicht gerechnet", freut sich Iris Augenstein, Geschäftsführerin des Netzwerks looping. Mehr als 130 Bürger aus Pforzheim und dem Enzkreis kamen zum Vortrag "Wege aus der Alkoholabhängigkeit" in die Eingangshalle des Landratsamts. "Dieses hohe Interesse zeigt, dass das Thema so brisant und wichtig ist, wie es die aktuellen Zahlen des Sozialministeriums nahe legen", so Augenstein; dort gehe man von 250.000 Betroffenen in Baden-Württemberg aus, der Badische Landesverband spricht von 6.000 in Pforzheim und dem Enzkreis.

Der Vortrag, zu dem neben "looping" der Badische Landesverband (blv) und die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes Pforzheim-Stadt eingeladen hatten, behandelte die Themen Entstehung, Vorbeugung und Behandlung von Alkoholerkrankungen. Referent war Michael Schwarzkopf, der selbst alkoholabhängig war und nach Entzug und beruflicher Neuorientierung seit 1988 als Gruppentherapeut und Dozent in einer Fachklinik für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit arbeitet. Aus diesem Blickwinkel - dem der eigenen Betroffenheit - und mit der Erfahrung des qualifizierten Fachmanns war der Vortrag eine gelungene Mischung aus wissenschaftlicher Analyse und praxisnaher, allgemein verständlicher Darstellung.

Die "legale Droge Alkohol" werde häufig verharmlost und gar nicht als Suchtmittel erkannt und beachtet, weil es Menschen gibt, die Alkohol trinken und nicht daran erkranken. "Der Übergang vom Alkoholgenuss zu Alkoholmissbrauch, Abhängigkeit und Alkoholerkrankung ist jedoch fließend und vollzieht sich meist schleichend und lange Zeit unauffällig", so Schwarzkopf.

Der Fachmann machte deutlich, dass jeder Mensch, der Alkohol trinkt, sich in die Gefahr begeben kann, eine Alkoholkrankheit zu entwickeln: "Aus ganz normalen Familien kommen ganz normale Suchtkranke." Es sei ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, die Alkoholkrankheit als selbstverschuldetes Versagen willensschwacher Menschen abzutun, die aus den untersten Gesellschaftsschichten kommen. Damals sei noch nicht wissenschaftlich erforscht gewesen, dass Alkoholismus eine Krankheit ist, die der fachlichen Behandlung bedarf. Schwarzkopf: "Leider haften der Krankheit Alkoholismus oft noch Reste dieser falschen Auffassung an, sodass aus Scham und falsch verstandenem Stolz Einsicht und der Schritt zur Behandlung weit hinausgeschoben werden."

Das Publikum zeigte rege Anteilnahme und Beteiligung, viele Fragen wurden gestellt und Diskussionsbeiträge eingebracht. Unter den Zuhörern waren auch einige Fachleute sowie direkt Betroffene. "Wir als Organisatoren sind mit dem Abend sehr zufrieden", sagt Iris Augenstein. "Ich denke, wir haben mit dieser Veranstaltung einen wichtigen Beitrag geleistet, dieses schwierige Thema für einen breiten Besucherkreis zugänglich zu machen." Alkoholprobleme seien nach wie vor ein Tabuthema, so die Diplom-Sozialpädagogin: "Wegschauen oder verharmlosen hilft den Betroffenen nicht."

Eines habe der Abend auf jeden Fall gezeigt: Oft könne geholfen werden, bevor das Problem übermächtig werde, die Familie in Mitleidenschaft gezogen wird oder Arbeitslosigkeit droht.

Pforzheimer Kurier, 26.06.04

              
Vortrag

Wege aus der "Alkoholabhängigkeit"

- Entstehung, Vorbeugung, Behandlung -
aus persönlicher Erfahrung

Am 22. Juni 2004 um 18:00 Uhr spricht Herr Dr. Michael Schwarzkopf in der Eingangshalle des Landratsamtes Enzkreis, Zähringerallee 3 über die Entstehung, Vorbeugung und Behandlung von Alkoholabhängigkeit.

(WIEDERHOLUNGSVORTRAG: 18.06.2007 18 Uhr)

Das Thema Alkohol und der bewusste Umgang damit, gewinnt angesichts der immer weitersteigenden Zahlen von derzeit rund zehn Millionen Deutschen mit Alkoholproblemen immer mehr an Bedeutung.

Der Referent ist persönlich als Alkoholabhängiger mit der Problematik vertraut, wurde deshalb als Lehrer entlassen und studierte anschließend noch einmal mit dem Schwerpunkt Abhängigkeitserkrankungen. Seit 1988 ist er als Gruppentherapeut, Dozent und in der Vermittlung des von ihm entwickelten Entspannungsverfahrens "Atemtechnik" in der Fachklinik Wilhelmsheim tätig (Fachklinik für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit).

Seine Doktorarbeit ist als Buch in einem führenden Psychologieverlag (Hogrefe, Göttingen) erschienen. Es ist - wie der angekündigte Vortrag - eine selten gelungene Mischung von wissenschaftlicher Analyse und praxisrelevanter, allgemein verständlicher Darstellung. So ist der Vortrag nicht nur für Fachleute interessant, sondern vor allem auch für Laien und Angehörige von Abhängigen sowie für Abhängige selbst.

Netzwerk looping in Kooperation mit dem Badischen Landesverband (blv) und der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtkranke und deren Angehörigen des Diakonischen Werkes lädt alle Interessierten zu diesem Vortrag ein.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Neue Erkenntnisse aus Suchtforschung und Suchthilfe vermittelt
Symposium zum Thema "Alkoholismus" im Schloss / Hochkarätige Referenten / Nächtes Symposium zum Thema "Demenz"

"Mehr geht nicht, besser geht nicht", so das knappe Resümee von Dr. Frank Guido Brecht, Leiter der Nachsorgeeinrichtung St. Thomas, am Ende des II. Heidelberger Symposiums zur interdisziplinären Arbeit in der Sozialmedizin, das am Mittwoch im Schwetzinger Schloss stattfand (wir berichteten). Acht Experten aus ganz Deutschland beleuchteten das Thema Alkoholismus aus verschiedenen Perspektiven.

Die 300 Teilnehmer des Kongresses erfuhren Neues aus der Suchtforschung und Suchthilfe, über Erklärungsmodelle für Sucht und therapeutische Aspekte, wie betriebliche Suchtprävention aussehen kann, über die Schnittstelle zwischen stationärem und ambulantem Entzug, wie man Menschen mit Alkoholproblemen zu einer Veränderung motivieren kann, über ein Modell zum kontrollierten Trinken in Nürnberg und über Entstehung, Behandlung und Vorbeugung von Alkoholabhängigkeit. Dazu hatten die Organisatoren, die Nachsorgeeinrichtung St. Thomas und die Fachhochschule Heidelberg, Fachleute, die sich über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen auf diesem Gebiet erarbeitet haben, nach Schwetzingen geholt.

Zu den Referenten zählten Prof. Dr. Karl F. Mann, Direktor der Klinik für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für seelische Gesundheit und Inhaber des einzigen Lehrstuhls für Suchtkrankheiten in Deutschland, und sein inzwischen auch schon sehr bekannter Mitarbeiter und leitender Oberarzt am Zentralinstitut Dr. Bernhard Croissant. Mit gleich zwei Vorträgen hat sich Dr. Felix Tretter in das Symposium eingebracht. Als multidiziplinärer Wissenschaftler beleuchtete er das Thema Sucht aus medizinischer, psychologischer und naturwissenschaftlicher Sicht. Tretter ist ärztlicher Leiter der Suchtabteilung des Bezirkskrankenhauses München-Haar. Dr. Johannes Pantel, Oberarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg und Privatdozent an der medizinischen Fakultät, behandelte in seinem Beitrag die Anforderungen an Diagnostik und Therapie.

Was richtet der Alkohol im Körper an? Welche Krankheiten oder somatischen Störungen löst er aus? Diesen Fragen ging Prof. Dr. Helmut K. Seitz, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Salem in Heidelberg und Vizepräsident der europäischen Gesellschaft für Alkoholforschung, auf den Grund. Mit den beiden Psychologen Prof. Dr. Joachim Körkel und Prof. Dr. Arno Drinkmann (beide haben einen Lehrstuhl an der evangelischen Fachhochschule Nürnberg), hatten sich die Organisatoren zwei renommierte Forscher ins Boot geholt, die das in Nürnberg praktizierte Modell des kontrollierten Trinkens vorstellten.

Mit Dr. Michael Schwarzkopf, Sozialarbeiter und Gruppentherapeut an der Fachklinik Wilhelmsheim, berichtete nicht nur ein Fachmann über das Thema "Alkoholabhängigkeit: Entstehung, Behandlung und Vorbeugung unter didaktischer Perspektive", sondern auch ein Betroffener.

Viele Aspekte der Alkoholsucht wurden während des Symposiums angesprochen, doch längst nicht alle. Dass Theorie und Praxis aber oft nicht dasselbe sind, kommt unter anderem auch darin zum Ausdruck, dass das II. Heidelberger Symposium laut Brecht das erste tatsächliche interdisziplinäre Treffen war. Bisher habe man unter Interdisziplinarität das Zusammenwirken von Ärzten verschiedener Fachrichtungen verstanden. Das Symposium ist aber einen deutlichen Schritt weitergegangen. Es hat Mediziner, im sozialen Bereich Tätige und Psychologen an einen Tisch gesetzt. Und so soll es auch im kommenden Jahr sein, wenn am 12. November 2003 über das Thema Demenz diskutiert wird.

Schwetzinger Zeitung, 15.11.02

Entspannte Wege aus der Sucht
HAIDHAUSEN Er ist einer von rund zehn Millionen Deutschen mit Alkoholproblemen. Doch er hat einen Weg aus der Sucht gefunden. Am kommenden Dienstag spricht Michael Schwarzkopf am Gasteig über die Volkskrankheit.
Mit der von ihm entwickelten Atemtechnik arbeitet Schwarzkopf seit 1988 erfolgreich in der Fachklinik Wilhelmsheim. Wie man mit dem Entspannungsverfahren seinen Alkoholkonsum in den Griff bekommen kann, erklärt der Therapeut ab 20 Uhr in der Black Box.

Abendzeitung München, 26. 04. 02

Alkoholsucht
Entstehung, Vorbeugung, Behandlung behandelt der Vortrag "Alkoholabhängigkeit", den Buchautor (gleichnamiger Titel) Dr. Michael Schwarzkopf aus persönlicher Erfahrung hält.

Trierer Wochenspiegel, 27. 02. 02

Vortrag über Alkoholabhängigkeit
Dr. Michael Schwarzkopf spricht aus persönlicher Erfahrung

Am 22. März 2002 um 19.30 Uhr findet im Hotel Tulip Inn ein Vortrag zur Enstehung, Vorbeugung und Behandlung von Alkoholabhängigkeit satt. Der Referent ist persönlich als Alkoholabhängiger mit der Problematik vertraut, wurde deshalb als Lehrer entlassen und studierte anschließend nochmal mit dem Schwerpunkt Abhängigkeitserkrankungen. Seit 1988 ist er als Gruppentherapeut, Dozent und in der Vermittlung des von ihm entwickelten Entspannungsverfahrens "Atemtechnik" in der Fachklinik Wilhelmsheim (für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit in 71570 Oppenweiler) tätig. Seine Doktorarbeit ist als Buch im führenden Psychologie-Verlag (Hogrefe, Göttingen) erschienen. Es ist - wie der angekündigte Vortrag - eine selten gelungene Mischung von wissenschaftlicher Analyse und praxisrelevanter, allgemeinverständlicher Darstellung. So ist der Vortrag nicht nur für Wissenschaftler interessant, sondern auch für alle in der Praxis tätigen Therapeuten, für die in der Prophylaxe arbeitenden Lehrer, für Pädagogen in außerschulischen Arbeitsfeldern und natürlich auch für interessierte Laien und die Angehörigen von Abhängigen sowie die Abhängigen selbst.

Trierer Wochenspiegel, 23. 01. 02

Die Vorträge von Dr. Schwarzkopf wurden unter anderem von folgenden Buchhandlungen unterstützt:

  • Akad. Buchhandlung Interbook
    Fleischstr. 62
    54290 Trier
  • Buchhandlung am Gasteig, Werner Perthel
    Rosenheimer Str. 12
    81669 München
  • Buch Kaiser
    Karl-Friedrich-Str. 1
    75172 Pforzheim