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Seit 2013 halte ich für alle Patientinnen und Patienten der → "MY WAY BETTY FORD KLINIK" in Bad Brückenau regelmäßige Therapieseminare zu meinem Vortrag:

Agenda zum Vortrag 'ALKOHOLABHÄNGIGKEIT'

- Entstehung, Vorbeugung, Behandlung -
aus persönlicher Erfahrung

1. Begriffsbestimmungen
2. Modell zur Entstehung von Alkoholabhängigkeit
3. Suchtvorbeugende Verhaltenstipps

-Pause-

4. Modell zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit
5. Entspannen ohne Alkohol: Atemtechnik
6. Ablehnung des ersten Glases

Das Buch zum Vortrag - Schwarzkopf, M.: Alkoholabhängigkeit. Euro 22,95

   1991. Hogrefe Verlag.

"Mit ungewöhnlicher Stringenz werden in dieser Arbeit theoretische Konzepte entwickelt und anschließend in systematisch aufeinander aufbauenden Schritten in Behandlungs- und Therapiemodellen umgesetzt. Dieses geschieht zum ersten Mal im Rückgriff auf ein erziehungswissenschaftlich-didaktisches Konzept, das sorgfältig erörtert und angewandt wird. In Ergänzung zur psychologisch-therapeutischen Arbeitsweise leistet damit diese Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung pädagogischer Aspekte im Bereich der Gesundheitsförderung. Die Umsetzung wird dadurch so überzeugend, da der Verfasser selbst über jahrelange Praxis in der Abhängigenarbeit verfügt und auch persönlich als Alkoholabhängiger mit der Problematik vertraut ist. Das vorliegende Buch ist deswegen auch nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interessant, sondern zugleich auch für alle in der Praxis tätigen Therapeuten, für die in der Prophylaxe arbeitenden Lehrer, für Pädagogen in außerschulischen Arbeitsfeldern und natürlich auch für interessierte Laien und die Angehörigen von Abhängigen sowie die Abhängigen selbst. Es handelt sich um eine selten gelungene Mischung von wissenschaftlicher Analyse und praxisrelevanter, allgemeinverständlicher Darstellung."

Prof. Dr. Klaus Hurrelmann,
Dekan der Fakultät für Gesundheitswissenschaften,
Universität Bielefeld

Bestellungen des Buchs nur über "Kontakt und Kosten"

Die DVD zum Buch: 90 min. Vortrag: 22,95 €
Aufgezeichnet am 17.5.1988 im Reha-Zentrum Neckargemünd

Die Story des Harry X
Begriffsbestimmungen, Entstehungsmodell mit suchtvorbeugenden Verhaltenstipps, Behandlungsmodell mit Ablehnungstraining.

Die 2.DVD zum Buch mit Vortrag 2008: 22,95 €
"WILHELMSHEIM IM RÜCKBLICK - WAS WAR WICHTIG ?"
Aufgezeichnet am 05.07.2008 im Großen Kinosaal der Fachklinik Wilhelmsheim: 76 Min./ 8 Folien zum Ausdruck

Einen kurzen Einblick in Teile der DVD bietet das Einführungsvideo → "Alkoholabhängigkeit" auf YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=-qeTgGOGgdE).

Modell zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit
-Abstinenzmotivation
-Abstinenzentscheidung
-Therapeutisches Setting (Angebote)
Gruppentherapie
Verhaltensanalyse
Erarbeitung strukturierter Therapieziele (bisher unveröffentlicht)
Erweiterte Therapiekette (bisher unveröffentlicht)
Modell zur Entspannung ohne Alkohol
-Einführung in die Atemtechnik mit Übungen zur Selbstkontrolle (bisher unveröffentlicht)
-Praxisbeispiel aus der Gruppentherapie
Modell zum Kontrollverlust bei Alkoholkrankheit (bisher unveröffentlicht)
Ablehnungstraining nach außen und innen

Bestellungen der DVDs nur über "Kontakt und Kosten"
 

Weiterführende Informationen:

Entspannen ohne Alkohol : Atemtechnik
Dr. Michael Schwarzkopf

In der Fachklinik Wilhelmsheim werden Atemübungen als eine spezielle Entspannungstechnik trainiert. Diese Technik unterstützt die Patienten erfolgreich bei den Bemühungen, abstinent zu bleiben.

Im Zentrum der von Dr. Schwarzkopf entwickelten Atemtechnik und Übungen steht das Wiedererlernen der Entspannung. Sich wirklich zu entspannen ohne dabei auf Alkohol oder Medikamente zurückzugreifen, fällt vielen Abhängigen schwer. Insofern ist das Training von Entspannungstechniken ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Beschreibung der Atemtechnik
Die Atemtechnik besteht darin, dass die Luft zunächst bei geschlossenem Mund tief durch die Nase eingeatmet und kurz angehalten wird. Dabei wird die Anspannung im Brustkorb erzeugt. Anschließend atmet man die Luft langsam nur durch den Mund aus. Durch das Anhalten der Luft wird eine Anspannung erzeugt, die beim anschließenden Ausatmen eine körperliche Entspannung verursacht, die sich dann auch auf Gefühl und Verstand entspannend auswirkt.
Der Vorteil dieser Atemtechnik besteht u. a. darin, dass sie auch zusammen mit anderen Sportarten ausgefüllt werden kann: z. B. beim Laufen, Wandern, Rückenschwimmen.

Anwendungsgebiete: Atemtechnik als Entspannungstechnik.
Regelmäßig angewandt, führt diese Atemtechnik nicht nur zu einer allgemeinen Entspannung der Patienten, sondern kann auch in anspannenden Situationen als Alternative für die frühere Einnahme von Alkohol eingesetzt werden.
Nach einer ausführlichen Einführung im Rahmen der indikativen Gruppe " Atemtechnik ", trainieren die Patienten die Atemtechnik im Zusammenhang mit Laufen für ihr individuelles Tempo. Während der Ruhephase vor dem Duschen sollen die Patienten im Sitzen oder Liegen bewusst genießen, wie sich nun die Muskeln des Körpers entspannen und diese Entspannung auch auf ihr Denken und Fühlen übergeht, um klare Gedanken zu sammeln und sich in bestimmten Problemsituationen zu entscheiden.

Um der Gefahr der Suchtverlagerung bei manchen Patienten vorzubeugen, müssen die Patienten lernen, ihre individuelle Anspannung über den Körper wahrzunehmen (z. B. Puls messen) und sportlich so zu trainieren, wie es ihrer individuellen Belastbarkeit entspricht.

Atemtechnik im Ablehnungstraining
Die verhaltenstherapeutische Funktion der Atemtechnik findet im Rahmen des Ablehnungstrainings seine Anwendung: im ersten Schritt des Trainings, in Form von Rollenspielen, übt der Patient, eine Aufforderung zum Trinken von außen abzulehnen. Im zweiten Schritt lernt er, in der inneren Aufforderung zum Trinken zu widerstehen. Dies erfolgt in drei Schritten:

  • 1. Schritt: bei überschießenden Gefühlen wie z. B. Wut, Ärger, Trauer usw. kann das Verlangen nach Alkohol übermächtig werden. Hier kann der Patient mit Hilfe der Atemtechnik entspannen und seine Gefühle über den Verstand kontrollieren.
  • 2. Schritt. Der Patient versetzt sich bewusst in die für ihn schlimmste Situation, die er jemals durch den Alkohol erlebt hat und formuliert ein so genanntes Signalwort, das in ihm immer wieder die Erinnerung an diese Situation erzeugt. Am Ende dieses zweiten Schrittes steht der Gedanke: " Dies will ich nicht mehr erleben! "
  • 3. Schritt: Hier ruft sich der Patient die positiven Veränderungen ins Bewusstsein, die er seit seiner Abstinenz erlebt hat, z. B. nicht mehr zittern, wieder essen können usw. ... Am Ende dieses Schrittes steht der Gedanke: " So soll es bleiben und ohne Alkohol noch besser werden! "
Dieses Verfahren geht über ein rein mentales Training hinaus und könnte als "psychotherapeutische Impfung" bezeichnet werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Patienten lernen, dass Entspannung sowohl eine körperliche wie eine Verstandes- und Gefühlsdimension hat.

Zum Abschluss möchte ich an einem praktischen Beispiel aus der Gruppenarbeit die Wechselwirkungen der drei Dimensionen Körper, Verstand und Gefühl aufzeigen:
Ein Patient berichtete am Anfang der Therapiestunde, dass er sich körperlich sehr schlecht fühle, er habe Magenschmerzen, fühle sich nervös und zitterig. Auf die Frage, was ihn denn so belaste, antwortete er, dass er in einigen Wochen ein Vorstellungsgespräch haben werde, vor dem er Angst habe.
Als erstes galt es nun, seine Gedanken zu erforschen, die in ihm die Angst mit den negativen körperlichen Auswirkungen erzeugten. Der Patient schilderte, dass er sich vorstelle, dass ihn sein zukünftiger Chef nach seiner derzeitigen Arbeit fragen werde. Dann müsse er antworten, dass er sich zur Zeit in einer Therapie wegen seiner Alkoholkrankheit befinde.
Befragt nach seinen Gefühlen bei einer solchen Antwort, äußerte er, dass er sich schäme. Dies war der eigentliche Punkt, der die Anspannung erzeugte. Aufgabe war es nun, im Rahmen der Gruppe diese Schamgefühle abzubauen, in dem herausgearbeitet wurde, dass niemand sich die Alkoholkrankheit ausgesucht hat, sich niemand freiwillig hineinbegeben hat, sondern diese sich schleichend und ohne Absicht entwickelt habe. In einem längeren Prozess konnten so über den Verstand die Schamgefühle des Patienten abgebaut werden.
Nach der Beschreibung der Situation, den Erwartungen, Gedanken und Gefühlen, galt es nun auch die erwarteten körperlichen Reaktionen des Patienten abzufragen. Er schilderte, dass er unter Aufregung immer schwitze, leicht mit den Händen zittere und auch ins Stottern geriete. An dieser Stelle setzte nun die Entspannung über den Körper durch die Atemtechnik ein. Er trainierte täglich bewusst und schilderte auch in der Gruppe ihre Wirkung und seine Fortschritte. So gelang es ihm in den Wochen, die er noch zur Verfügung hatte, sich auf gedanklicher, gefühlsmäßiger und körperlicher Ebene durch Entspannung vorzubereiten.
In der letzten Gruppenstunde vor dem Vorstellungsgespräch wurde innerhalb der Gruppentherapie ein Rollenspiel durchgeführt. Ein Patient, der auch im realen Leben Personalchef ist, fragte den Patienten, wo er sich zur Zeit befinde. Der Patient konnte ruhig und gelassen über seine Therapie in unserer Klinik sprechen. Die erwarteten körperlichen Reaktionen waren zwar vorhanden, jedoch gelang es dem Patienten, diese zu akzeptieren, da eine gewisse Anspannung auch notwendig ist, um positive Leistung zu erzielen. Der Patient konnte also sein Anspruchsniveau an sich selbst reduzieren und das leichte Zittern annehmen.
Ein paar Tage später kam es dann zum realen Vorstellungsgespräch, das ähnlich dem Rollenspiel verlief. Der Patient war erfolgreich und bekam seine neue Stelle. An diesem kurzen Beispiel ist ersichtlich, wie wichtig es ist, in der Therapie alle drei Ebenen in ihrer Wechselwirkung zu betrachten und sich nicht nur auf eine, sei es nun mehr Verstand und Gefühl, oder nur den Körper, zu beschränken.

Literatur:
Schwarzkopf, M. (1991): Alkoholabhängigkeit. Verlag für Angewandte Psychologie, Hogrefe.

Anschrift des Verfassers:
Dr. Michael Schwarzkopf
Fachklinik Wilhelmsheim
71570 Oppenweiler